Gibt es Atheisten?   Artikel aus 2020

 

Gibt es Atheisten?                                              

 

Ja, es soll sie geben. Sie zeigen sich in einer ganz einfachen Angelegenheit. Sie haben keine religiösen Ängste. Ja sie bestehen den  Kierkegaard-Test. Der Autor Tillmann Moser, den ich in Juni 2020 aufsuchte, schenkte mir sein Buch „Gott auf der Couch“. Er schreibt darin von Sigmund Freud als einem Atheisten. Freud sah sich lebenslang als solcher. Doch er war das gerade Gegenteil. Es war eine von Freuds Fehleinschätzungen. Und es war sein Todesurteil: Über eine Nikotinsucht fand er in einem Raucherkrebs den Tod. „Rauchen ist tödlich“, lesen wir als Negativreklame auf den Schachteln einer Zigarette. Diese Kenntnis wurde schon Freud vermittelt.

 

Ruth Sheppard klärt uns über den Theisten Freud im Buch „Freud“ auf. Dessen Vater Jakob war 20 Jahre älter als seine zweite Frau  Amalia. Amalia bekam  im 21. Lebensjahr  Sigmund als ihr erstes Kind.  Der nachfolgende Julius starb mit acht Monaten. Da war Freud anderthalb Jahre alt. Später äußerte Freud, so im Buch, er sei auf Julius eifersüchtig gewesen. Er habe daher unter Schuldgefühlen wegen dessen frühen Todes gelitten. Das, eine derartige „Erinnerung“, kann altersbedingt nicht sein. Gedächtnis kommt erst später. Auch wären solche Schuldgefühle Unsinn, da gerade ein Kleinkind für seine Eifersucht nichts kann. Doch wenn es keine Schuld ist, was ist es dann?  Es ist eine „Sünde“. Eine sog. Gedankensünde. Auch Babys seien Sünder, bedeutete mir eine Pastorin. Gedankensünden kennt das Judentum noch nicht. Es ist eine Erfindung der ersten Christen, die Juden waren. Sie erfanden ein verschärftes Judentum: Das Judenchristentum. Was wurde noch gemeiner als im Judentum? 1. Die Aufnahme der Gedankensünde 2. Die intellektuelle „Glanzleistung“ unser aller „Mittäterschaft an der Kreuzigung Jesu“ und 3. Die Johannesoffenbarung. Das ewige Feuer.  Nun, die Tiefenpsychologen waren sich sicher: Freud hatte eine „Leiche im Keller“. Doch diese Leiche  war nicht sein Brüderchen. Die Leichen waren  Freuds Götter. Die tötete Freud mit seinem Kernsatz: „Religion ist Wahn“. Freud verkraftete diese Morde ebenso schlecht wie Nietzsche. Dessen „Gott ist tot“ war auch Nietzsches Todesurteil.

 

Freud wuchs, und das war sein großes Unglück,  bireligiös auf. Seine Nanny nahm ihn „regelmäßig“ mit zur  katholischen Messe. Dort lernte und inokulierte Freud Religion. Dort habe er über die „Hölle“ erfahren. Kam er nach Hause, habe er gepredigt, „wie der liebe Gott tut“, so Freuds Mutter. Nun, dieser Gott ist ja keineswegs lieb. Juden, die „Söhne des Teufels“ (Joh. 8,44) mag er schon gar nicht. Als „Ungläubige“ und „Jesuskiller“ kommen sie nach der Bibel in die Hölle. Zudem wurde damals antisemitisch gepredigt. Dieser katholische Schock muss für das Judenkind der Grundstein eines Sacco-Syndroms  gewesen sein. Die Liebe Gottes, seine intelligente Reklameseite, hält ein Kind im Bewusstsein. Die im Vordergrund stehende Naziseite dieses „Gottes“ muss es verdrängen. Dass bei Sündern Leib und Seele auf ewig in der Hölle brennen muss, hält kein nicht debiles Kind aus. Indoktriniert der Klerus früh, was er mit System unternimmt, landet das pathogene Engramm ewiger Feuerfolter im Limbischen System. Anders als Substrate im Großhirn unterliegt es dort später nicht unserem kritischen Bewusstsein. Die Hölle wird „vergessen“ -  und nicht reflektiert.

 

Freuds Eltern waren zunächst „orthodox jüdisch“. Der kleine Freud lernte alle jüdischen Bräuche und Feste. Das Passahfest wurde ebenso begangen wie „Weihnachten und Ostern“. Schon als Kind las Freud die Bibel. Später bezeichnete sich der Analytiker (gegenüber Otto Pfister) als „gottloser Jude“. Doch was wir wirklich glauben, wissen wir nicht. Das entscheidet sich im Unbewussten. Atheismus bekommt man nicht geschenkt. Der Weg dorthin ist beides: steinig und lang. Es ist wie das Verlernen einer Muttersprache.

 

In der Lebensmitte geriet Freud in eine „Depression“. Zwecks Therapie konsumiert er „regelmäßig Kokain“, dessen Abhängigkeitspotential erst um 1886 bekannt wurde.  Es bewirkte bei Freud eine „enorme Euphorie“, also eine Erholung von der Depression. Er probierte die neue Arznei auch an Patienten aus: Eine seiner Patientinnen verstarb. Auch Freuds Freud Ernst von Fleischl-Marxow starb im Jahr 1891 an den Folgen von Freuds Therapie. Freud habe daher unter Gefühlen von „Schuld und Verantwortung“ gelitten. Es kamen massive Vorwürfe aus dem Kollegenkreis.

 

 

Freud heiratete nach  jüdischer Sitte Martha Bernays. Ihr Großvater war Großrabbiner. Der dürfte seiner Enkelin ebenfalls einen orthodoxen Glauben vermittelt haben. Freud wusste also von der „Hölle“ und einer sog.  „Auferstehung“, ohne die es ja keine Hölle geben kann. Doch er musste diese klerikalen Konstrukte zeitlebens verdrängen. Dieses Verdrängen, ein Beweis für ein Sacco-Syndrom bei Psychiatern, weist auch die heutige etablierte Psychiatrie auf.  Dort vermisst man ein kritisches Statement über Gottes Folterhölle ebenso wie in Freuds Werken. So ist Freud auch blind für derartige Ängste bei seinen Patienten. Die 260 Fälle im Buch Psychopathologie des Alltagslebens sind sämtlich Sacco-Syndrome, also durch religiöse Ängste bedingt. Doch Freud sieht den Wald vor Bäumen nicht. Er kann nicht dauerhaft heilen. „Für Gedanken können man doch nichts“, so Freud zu seinen Patientinnen. Doch da hat er die Rechnung ohne seinen Gott gemacht, den Christengott seiner Kindheit. Der wirft auch Gedankensünder in den „feurigen Pfuhl“, wo das Tier schon brennt und der Teufel. Schlimmer als unter Hitler werde Jesu dort wüten, so der Kirchenautor Hans-Werner Deppe in „Wie wird es in der Hölle sein?“. Deppe darf so etwas schreiben, er darf Kinder damit krank machen, so die Staatsanwaltschaft Detmold. Und Freuds Göttergespann hat mit der Sintflut ja immerhin den ersten Holocaust hingelegt. Hitler war im direkten Vergleich zu Freuds Göttern ein wirklich kleines Licht. Was Freud nie begriff: Der Nazigott bewirkt als das eigentliche Über-Ich  das „Unbehagen in der Kultur“. Und was müssen unsere Kinder nur alles in Kirchen und Synagogen aushalten? Sie müssen - wie auch schon der kleine Adolf  - einen Hitlergott anbeten. Und eine entsprechende „Ideologie der Folter“ für gerecht empfinden. So empfand Hitler den Holocaust Ausschwitz als gerecht. Doch wer hat schon den Mut, sog. „Gotteshäuser“ nicht mehr aufzusuchen und vor allen Dingen finanzielle Zuwendungen einzustellen? Wer will schon gern in die Hölle? 

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   Erschienen bei BoD,

   ca. 404 Seiten   €12.99

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Die "Straßenmission glaubensfroher Christen" macht unsere Kinder unfroh und krank: 

„Der Sünder, der nach seinem Tod im unauslöschlichen Flammenmeer der Hölle ewige Pein leidet, erntet genau das, was er gesät hat.“

Ein Sacco-Suizid. Häufig, aber unnötig wie ein Kropf.

 

In der Vorhölle, Akryl, 2002
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Kirchliche Lieblingsbeschäftigung
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Akryl auf Papier, 2003
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F. Sacco: "Kreuzesfolter muss nicht sein", Street Art  Bremen / Ein Gott kann auch ohne Kreuz vergeben. 

F. Sacco  Street Art, Bremen

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F. Sacco "Junge Autistin"

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Kindergottesdienst (vorher- nachher)

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