Sexuelle Neurosen               

 

von Frank Sacco

 

  

 

Vorwort Müller. In diesem Artikel befasst sich Frank Sacco, Doktor der Medizin, wieder mit Sex & Neurosen (Bild: neurotische Möhrchen). Angesichts der aktuell ungefähr 60 Geschlechter verwundert es eher, wenn Sexbeflissene nicht neurotisch werden. Getreulich leistet die Religion ihren Beitrag, z.B. durch die Sexuelle Neurose der islamischen Welt. Wie es um die christliche Welt steht, erläutert unser Autor anhand der christlichen Agenda, wo Sexualität als "krankmachender Faktor" gelten kann, der mit "schweren jenseitigen Strafen" bewehrt ist.

 

 

Sexuelle Neurosen   

von Frank Sacco

 

Das Schrifttum ist voll von Mitteilungen über sexuelle Neurosen, die sich entweder während einer adulten Heterosexualität z. B. als Frigidität, Impotenz oder Essstörung zeigen,  in der Wahl besonderer Triebziele (z. B. Tiere, Stoffe, Kinder), oder in  Sadismus und sexuellen Verbrechen. Hier ein Beispiel aus Freuds „Zur Psychotherapie der Hysterie“. Eine „junge Frau“ erkrankt mit „Bewegungsstarre“ des Körpers und „vorgestreckter Zunge“. Die erfolgreiche Analyse (eigentlich über eine Fremdanamnese) deckt als Ursache sexuelle Zärtlichkeiten mit der ehemaligen Kinderfrau auf, also eigentlich eine Bagatelle. Sexualität wird daher ein so immens krankmachender Faktor, weil sie Kindern kulturell verboten und nach klerikaler Behauptung  unter schwere jenseitige Strafen gestellt sein soll. Unser Gott sehe halt alles und schaue speziell unter Bettdecken nach dem Rechten. Was da Recht ist, bestimmt er (genauer: seine Erfinder). Da hierzulande alle Kinder aber sexuell reglementiert werden, sagte Freud, er habe „die ganze Menschheit zum Patienten“.

 

Im Umkehrschluss dürften solch schwere Krankheitsbilder bei Bevölkerungsgruppen fehlen, in denen  eine frühkindliche Sexualität nicht mit Gewalt, aktiver Behinderung oder starkem Druck unterbunden wird. So berichtet der englische Professor für Ethnologie, Bronislav Malinowski in „Das Sexualleben der Wilden in Nordwest-Melanesien“ von den Trobriandern, die die sexuelle Entwicklung und Freiheit ihrer Kinder nicht nur tolerieren, sondern gutheißen. Die Kinder spielen Kayta, also kindlichen Geschlechtsverkehr und gehen dazu in den Busch. Auch den Pubertierenden gibt man  sexuell sehr weitgehende Freiheiten bis hin zum Koitus, der in einem Jugendhaus in intimer Abgeschiedenheit vollzogen wird. Die Folge: Es fehlen tatsächlich die oben beschriebenen sexuellen Neurosen. Erscheinungen wie Sodomie, Fetischismus, Exhibitionismus und Masturbation würden von den Eingeborenen nur als töricht angesehen.

Dazu lassen sich, und das beweist eine auch  entwicklungsbedingte Genese dieser Erscheinungen, alle Formen späterer Homosexualität vermissen. Malinowski: „Es trifft für die Trobriander völlig zu, dass dort das freie Sexualleben keinerlei Homosexualität aufkommen lässt. Es flammte auf den Tobriand-Inseln auf nur durch den Einfluss des weißen Mannes, speziell seiner Moral. „Sehr sorgfältige Untersuchungen“ der Stämme mit und solcher ohne   Missionarstationen zeigten, „dass die Homosexualität die Regel bei denjenigen ist, denen die Moral des weißen Mannes aufgezwungen wurde“. Auch die typischen Produkte kultureller Sexualitätsunterdrückung wie sexuelle Lüsternheit oder sexuelles Chaos fehlten. Lediglich bestand ein Inzestverbot.  Das Liebesleben regulierte sich von selbst. Erst mit der Heirat traten dort kulturell-sexuelle Regelungen in Kraft.

 

Weiße Missionare dürften inzwischen ganze Arbeit geleistet haben, sodass uns heutiges Anschauungsmaterial fehlen dürfte. Geza Roheim, ein ungarischer Ethnologe und Analytiker,  berichtet über das Schlagen eines Jungens namens Deparintja. Er hatte ein Mädchen auf das Genitale geküsst. Schlägt aber ein Missionar ein Kind, ist es für ein Kind wie eine Gottesstrafe. Roheim, untersuchte zwei Gruppen von Kindern. Die „Missionskinder“ hätten „ein verändertes Wesen angenommen“ mit vorher unbekannten masochistischen und sadistischen Zügen. Roheim: „So hat das Buschkindniemals Gelegenheit, ein sadistisches Überich durch Introjektion zu erwerben, und wird niemals lernen, aus dem Spiel vom Strafen und Gestraft werden Lust zu ziehen“, so Roheim in „Psychoanalyse primitiver Kulturen“. Es gibt sie also en masse, die ecclesiogene Sexualneurose. Der „christliche“ sexualfeindliche Glaube bringt sie mit sich. Nicht umsonst gibt es nur eine „reine“ Mutter, die Gottesmutter Maria. Sie musste ihren Jesus auf einem „Lichtstrahl“ zur Welt bringen, damit ihr Hymen intakt blieb, so die Mariologen. Arme Maria, arme Christen.

 

Zum Sadismus:

Auch er ist in der Regel ecclesiogen. Auch er ist ein Produkt aufgenötigter schwerer Sexualverdrängung.  Der am damaligen Sex-Institut Hirschfeld in Berlin arbeitende jüdische Arzt Dr. Levi-Lenz wusste von seinen männlichen Patienten: Hitler war auf sexuellem Gebiet der "Perverseste" in Berlin (in "Diskretes und Indiskretes").  Er wird es gewusst haben. Der Führer war krank. Für Interessierte: „Hitlers erster Mord“, siehe Internet. Ja gibt es da möglicherweise für die Zukunft prophylaktische Maßnahmen zur Verhinderung jeder Art von Folter und auch zur Vermeidung kriegerischer Auseinandersetzungen? Sollte man weiterhin den Amtskirchen Kinder anvertrauen? Immerhin schreibt der ehemalige Leiter der EKD, Bischof Nikolaus Schneider unseren Kindern, gewisse Sünder kämen in das ewige Feuer Jesu. Das sei für Kinder kein relevantes Trauma, so der Berliner Psychiater Prof. Diefenbacher in einer schriftlichen Anfrage. Wohin ist die Psychiatrie abgedriftet? Ist sie noch für Vernunft erreichbar? Ein vortragender Psychiater war hier am Ort der Meinung, ecclesiogene Schäden solle man zwecks Gesprächstherapie zu den „Verursachern“ überweisen, also zur Kirche. Den Bock zum Gärtner machen? Die Leiterin des Abends verfasste daraufhin eine kritische Mitteilung an die zuständige Ärztekammer.

 

3 Antworten auf Sexuelle Neurosen von Frank Sacco

1. Günter Dedié sagt:

27. März 2017 um 22:21

Sehr interessant finde ich die folgende Aussage in diesem Artikel:

Dazu lassen sich, und das beweist eine auch entwicklungsbedingte Genese dieser Erscheinungen, alle Formen späterer Homosexualität vermissen. Malinowski: „Es trifft für die Trobriander völlig zu, dass dort das freie Sexualleben keinerlei Homosexualität aufkommen lässt. Es flammte auf den Trobriand-Inseln auf nur durch den Einfluss des weißen Mannes, speziell seiner Moral.

Kann mir daraufhin noch irgendwer erklären, was die ganze Genderei soll? Oder ist das vielleicht ein Ideologie-übergreifender Fall von Metamurphy?

 

2. Saco sagt:

27. März 2017 um 22:54

Klar: Es ist durch Freud, Sigusch, Kindsey, Miller ,Hirschfeld, und andere bewiesen, dass es eine erlebnisbedingte Form der Homosexualität gibt. Ein Mädchen von 5 Jahren, das über längere Zeit den Penis des Vaters oder des Onkels in seiner Scheide ertragen musste, ist nicht unbedingt scharf daraus, weitere Penisse in ihrer  Scheide zu spüren. Es kann sogar eine gewisse generelle Abneigung gegen Penisse entwickeln. Ein Wunder wäre es, wäre es anders…

 

3. Saco sagt:

28. März 2017 um 16:09

Um Missverständnissen vorzubeugen: Homosexualität ist ein Symptom und keine Krankheit, auch dann nicht, wenn sie durch ein Trauma bedingt ist. Man kann sich in einer Homopartnerschaft, übrigens ein besserer Ausdruck als Homosexualität, erstmals im Leben sexuell pudelwohl fühlen. Doch es gibt in einer Sexualität, auch bei den Heteros, viel Kranksein eben durch oder neben der Sexualität, sei es Impotenz, Frigidität, Vaginismus oder Eifersucht. Die Ursache ist oft ein Sacco-Syndrom, da die christliche Religion Sexualität in der freien Form verteufelt und verhöllt. Die arme Maria musste ihren Jesus ja in völliger Lustlosigkeit vom Heiligen Geist empfangen und ihn, so die MARIOLOGEN, auf einem  „Lichtstrahl“ unter Umgehung der immer sündigen Vagina zur Welt bringen. So verkrüppelt man nahezu jede Sexualität, auch die in einer Homopartnerschaft.  Zum Glück spielt Sex nur eine Nebenrolle in unserem Leben (Ausnahmen!!!!!!!).

 

 

 

 

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