Die ecclesiogene (kirchenbedingte) Schizophrenie

von Frank Sacco

 

Vorwort Müller: Frank Sacco, Doktor der Medizin, beehrt wissenbloggt mit einer Trilogie zur Schizophrenie. An sich hat die Schizophrenie nichts Trilogisches an sich, aber die drei Teile wurden für Facebook zurechtgestutzt, um sie der dortigen Aufmerksamkeitsspanne anzupassen (Auskunft: Sacco, Bild: Sacco).

 

Trilogie Schizophrenie 1

 

Die ecclesiogene (kirchenbedingte) Schizophrenie

Bischof Nikolaus Schneider, früher Chef der EKD,  verplappert sich in einem Spiegel-Interview (43/2014). Die Androhung ewiger Folterstrafen in einer Hölle sei ein „Geschäft“ der Kirchen. Wo die heutige Psychiatrie lehrt, jede ernstgemeinte Folterandrohung sei illegal und ein Verbrechen, belehrt sie uns aber, wenn sie als Androhung ewiger Folter von den Kirchen komme, handele es sich um es eine Harmlosigkeit (siehe „Berliner – Psychiater-These“, Internet.) Zunächst, und das war es dann schon für heute, eine sehr charakteristische Fallschilderung. Das Hauptthema bei  Schizophrenen ist das, was sie krank macht: Religion.

Die regelmäßige Ursache der Schizophrenie erfasst auf einer Doppelseite (!) der bildende Künstler Benjamin Güdel im Zeit-Magazin vom 20. 3. 2014, das sich mit Ai Weiwei und der Psychose einer Lea befasst. Der Aufenthalt Leas in einem Nonnen-geführten Internat ist problematisch. Während Leas Mutter und ihre Psychiater angeben, vor einem „Rätsel“ zu stehen, kann uns der Künstler  die Angst der Erkrankten aufzeigen: Die Angst vor der Hölle und den in ihr folternden Teufeln. Diese Angst bringt Lea auch zum Ausdruck. Sie klagt über "16 Jahre Angst" vor der „Wohnung“ des Teufels, der Hölle.

Fast obligatorisch bei einer funktionellen Psychose ist ein hoher IQ. Lea hat 142. Somit begreift (und glaubt) sie, was Geistliche ihr als Kind einmal erzählten. Ebenso obligatorisch ist eine verstärkte Realitätssicht, die Psychotiker in die vorschizophrene Depression führt. S. Freud lehrte, und das ist heute vergessen, dass diese (ecclesiogene) Depression mit dem späteren Wahn mehr oder weniger erfolgreich bekämpft wird.  Es sind der Wahn und auch die Halluzinationen (oftmals masochistisch quälende) Selbstheilungsversuche. Die Realitätssicht hat Lea von der Mutter mitbekommen Die Mutter:  Lea "mochte keine traurigen Märchen…, sie litt mit jedem Wurm auf der Straße, genau wie ich…“ Schizophrene halten diese Welt nicht aus. Sie treten die Flucht an. Ich kann das verstehen.

 

Trilogie Schizophrenie 2

 

 

Die ecclesiogene (kirchenbedingte) Schizophrenie

Eugen Drewermann schreibt:  Unsere Religion „mit ihren fundamentalistisch interpretierten Höllenphantasien… kann auslösend wie verstärkend an solchen psychotischen Prozesse beteiligt sein“. Schon S. Freud wusste und lehrte, dass die „funktionelle“ Psychose eine erlebnisbedingte Angststörung ist. Anders als bei der Neurose, die "von der Realität nichts wissen will", helfe sich der Psychotiker durch Realitätsverleugnung  ("Das Lesebuch", S. Fischer).  Er suche sie zu "ersetzen" durch eine "neue Wahrnehmung", und sei bemüht, "sich solche Wahrnehmungen zu verschaffen, wie sie der neuen Realität entsprechen würden, was in gründlichster Weise auf dem Wege der Halluzination  erreicht wird". Schon Bleuler (1911) und später C. G. Jung, so Freud in „Kurzer Abriss der Psychoanalyse“, hätten in „wahrscheinlich endgültiger Weise“ lebensgeschichtliche Traumen für die Psychose-Entstehung verantwortlich gemacht.

Schon C. G. Jung war das Sacco-Syndrom bei Psychotikern klar. Er heilte durch Gespräch. Und schrieb seine Doktorarbeit darüber. Auch Freud forderte die Anwendung der Psychoanalyse bei  der „funktionellen“ Schizophrenie, der Schizophrenie also, der ursächlich ein „Komplex“ zugrunde liegt. Ein Komplex  besteht aus einem  Trauma und seiner Verdrängung. Freud, nach eigener Angabe selbst neurotisch angstkrank,  lag nur grundverkehrt in seiner Lehre, Kastrationsangst, also Vaterangst sei das wesentliche Trauma in der Genese psychischer Erkrankungen: Es ist nach Karl Jaspers die Gottangst, die Angst vor seinen jenseitigen Folterstrafen. Freud führte die Psychiatrie bis zum heutigen Tag in eine analytische und therapeutische Sackgasse. Doch dazu morgen.

 

Trilogie Schizophrenie 3

 

Ursachen der Schizophrenie – Thema Kirchenkritik heute – zur Therapie

Diejenigen Analytiker aber, die, wie vorgeschlagen, eine Analyse „nach Freud“  bei Psychotikern durchführten, starben wie die Fliegen. Ursache war Freuds Kardinalfehler, Gottangst mit Kastrationsangst zu vertauschen. Er vertauschte in Fehldeutung der Ödipus-Sage einen (bzw. seinen) Gott-Gläubiger-Konflikt mit einem Vater-Sohn Konflikt. Man zog sich also  als Analytiker und Freudianer  in Übertragungen die Gottangst der Schizophrenen zu und lief somit in das Messer des Sacco-Syndroms. Ein konstruiertes Beispiel: Ein junger Psychotiker berichtet, er habe sich gegen den Heiligen Geist versündigt. Der Analytiker will helfen und sagt in der irrigen Annahme, er sei Atheist: „Scheiß Heiliger Geist“. Schon hat er selbst die Sündengefühle  übertragen bekommen, die seinen Klienten erkrankten ließen. Der Klient wird eventuell gesund, sein Arzt aber erhängt sich.

So wurde die Psychiatrie ängstlich. Man negierte zur eigenen Sicherheit die verheerenden Wirkungen der christlichen Religion (Thema Hölle), begab sich in die Fänge des Macht- und Wirtschaftsapparates Kirche und setzte statt aufklärenden Gesprächen über jenseitige Strafen der Einfachheit und „Sicherheit“ halber stark sedierende Neuroleptika und eine passende „Unterbringung“ der Erkrankten ein, z. B. in Einrichtungen der Kirche. Man verheiratete sich mit der Kirche. Aus einer grausamen Kirche (Diktion einer Vizepräsidentin der Bundesärztekammer) konstruierte man einen „positiven Resilienzfaktor“. Kirchen-Geschädigte schickt man „zwecks Therapie“ zur Kirche.

Erst heute steht mit der EAT eine spezifische Behandlungsform zur Psychose-Therapie  zur Verfügung. Sie geht  die zugrunde liegende verdrängte Gottangst direkt an und macht, da sie diese Angst zunächst einmal voraussetzt, eine individuelle Analyse überflüssig. Die hohe Suizidalität bei Psychotherapeuten (4-fach)  beruht auf ihrer Unkenntnis, welche Angst sie eigentlich behandeln. Schon Nietzsche war hier aufgeklärter als die heutige Psychiatrie. Er benötigte nur einen „flüchtigen Gang über die Flure“ einer Psychiatrie, um den Verursacher deutscher funktioneller Psychosen auszumachen: Unsere Großkirchen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Die "Straßenmission glaubensfroher Christen" macht unsere Kinder unfroh und krank: 

„Der Sünder, der nach seinem Tod im unauslöschlichen Flammenmeer der Hölle ewige Pein leidet, erntet genau das, was er gesät hat.“

Ein Sacco-Suizid. Häufig, aber unnötig wie ein Kropf.

 

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