Die schizophrene Psychiatrie       aus 2020

Die schizophrene Psychiatrie        von Dr. Rolf Reitis   alias Frank Sacco                                                               21.4.2020

 

 

Soweit waren wir schon: Die Schizophrenie ist keine Erkrankung. Sie ist ein Symptom. Überhaupt sind die psychiatrischen Diagnosen zumeist nur Symptome: Depression, ADS, Sucht, Autismus etc. Man behandelt dort Symptome, statt über ein Eingehen auf die Ursachen wirklich zu heilen. Beispiel: Unaufmerksames Kind: Methylphenidat. Die Schizophrenie ist nach Freud - wie auch die verwandte Neurose – durch ein Trauma bedingt. Sie ist eine Rettung vor nicht Auszuhaltendem, bspw. einer schweren Depression im Rahmen einer nicht zu ertragenden Angst. Es ist nach Freud die Flucht in einen „rettenden“ Wahn, in ein gespaltenes Bewusstsein: Zwei Gemütszustände, zwei „Personen“ existieren  parallel in einer Brust. Die furchtbare Angst wird durch den Wahn erträglich. Aus dem älteren Schizophrenen kann sogar ein Nichtleidender werden. Hat sich erst einmal ein Wahngebäude installiert, ist es nahezu zwecklos, es wieder demontieren zu wollen. Die Folge wäre eine Rückkehr der verdrängten Ängste. Die anerkannt größte Angst des Menschen ist die vor Folter, „speziell“ die vor ewiger Folter.  Letztere „kennt“ man als Psychiater nicht. Den Begriff Höllenangst will man nicht kennen. Es ist dies die  Angst der (jungen) Schizophrenen – und die unserer Kinder. Es war die Angst Hölderlins  und  Nietzsches.

 

Es gibt zum Glück eine Prophylaxe: Die Abschaffung der vermeintlichen Existenz ewiger Folter. Sie ist die Idee einer Hochintelligenz vom östlichen Mittelmeer. Man will viel Einfluss und Reichtum erlangen – und das ohne viel Arbeit.  Da ist jedes Mittel recht. Der reichste Italiener ist der Vatikan. „Mit unseren protestantischen Freunden (plötzlich sind es „Freunde“, der Verf.) teilen wir den Glauben an... Hölle“, so unser Benedikt vom Inn. Seinem protestantischen „Freund“ Bischof N. Schneider, Ex-Chef der EKD, liegt gar nach eigenem Bekunden ein „Richterspruch“ Jesu vor: Gewisse Sünder kommen danach in das ewige Feuer des angeblich Auferstandenen. Diese Botschaft sei „verstörend“. In der Tat. Doch hier gleich ein Trost vom Internisten: Es gibt sie nicht, eine Auferstehung von den Toten. Es gibt keine Folter „danach“.  Die Reklame damit  ist ein „Geschäft“, wie es Schneider später im Spiegel zugibt. Auf Anfrage lag Schneider übrigens kein Richterspruch vor. Aber das nur nebenbei.

 

Die (verdrängte) Gottangst der Psychiatrie ist identisch mit der in der Bevölkerung. Dabei gibt es - wie bei jeder Angelegenheit (!) - Ausnahmen. Schon den Arztberuf hat man - analytisch gesehen - in Blick auf die Bergpredigt gewählt: Helfern bleibe Folter im ewigen KZ erspart. Ein nicht debiles Kind, dem man den „christlichen“ Glauben darbringt, gerät in „tief existenzielle Ängste wie Luther“, so Ex-Bischöfin Käßmann. Es kann ja gar nicht anders sein. Auch die Story der Sintflut bewirke ungeheure Gottängste beim Kind (1). Auch das ist selbstverständlich. So ein Kind weiß sich beim „Jüngsten Gericht“ einem Verbrecher oder einem Irren ausgeliefert. Trotzdem, so Käßmann,  solle man den Kindern die Geschichte so erzählen, „wie es die Bibel tut“, also als Holocaust (Def. siehe Internet). Gott sei halt „zornig gewesen“, da die Menschen angefangen hätten, zu lügen. Doch legitimiert Zorn einen Holocaust? Auch tut Käßmann hier so, als wäre sie damals dabei gewesen, als habe sie den zornigen Gott bei der Flut selbst erlebt. Nun gibt es aber gar keine Götter. Und wissenschaftlich - erdgeschichtlich ist diese globale Flut als völliger Unsinn längst widerlegt. Es gab sie nicht. Indem Käßmann dem „unfehlbaren“ Christengott den ersten Holocaust unterstellt und ihn damit zum Lehrmeister Hitlers macht, macht sie ihn in Kinder krankmachender Gotteslästerung zu einem ausgemachten Arschloch. Letztere Vokabel verbietet sich selbstredend bei einem Menschen. Dem steht „Menschenwürde“ zu. Auch die Babys mussten bei der Flut ertränkt werden, es seien ja auch Sünder gewesen, so sinngemäß eine Pastorin zu mir. So macht der Klerus die Botschaft von der Liebe Gottes unglaubwürdig. Auschwitz sollte uns gelehrt haben, Typen wie den Bibelgott nicht mehr anzubeten und ihnen entgegen § 131 StGB auch keine höhere Gerechtigkeit zu unterstellen, wie es die Amtskirchen unternehmen.  Die hat man schon Hitler unterstellt. Auch das hat sich als ein Fehler herausgestellt.

 

Gottangst ist global verdrängt. So ist auch der rettende Wahn ubiquitär. Erwachsene reden sich  den Gott der Bibel schön. Man verharmlost seine Straftaten. Man dekliniert seine Gewalttaten religiös, formt sie um in Akte einer skurrilen Gerechtigkeit. Ja man betet seine „Herrlichkeit“ im Vaterunser  an. Man bittet den größten Sünder der Welt, er möge dem Betenden wegen dessen Sünden gnädig sein. Ja man „liebe“ ihn, den Erdertränker. Man wird im  Versuch seiner Beschwichtigung Geistlicher oder Helfer. Man opfert diesem Gott: Den schönen Sonntagmorgenspaziergang, die Kirchensteuer, oder auch einmal  die eigene Gesundheit, ja das eigene Augenlicht.  Ödipus ist hier unser Vorzeigepatient. Er litt unter Gott- und eben nicht unter Kastrationsangst. Freud ist hier widerlegt. Ödipus hatte einen Konflikt mit Zeus, oder besser:  mit der griechischen Erfindung Zeus. 

 

Nimmt nun jemand diesen schützenden Wahn -  beispielsweise einem Psychiater - und zieht hier in verbalisierter Logik  und sachlich völlig  korrekt den Vergleich Gott - Hitler, wie es auch der Nobelpreisträger Isaak B. Singer tat, so werden alle Register gezogen, denjenigen zu bekämpfen. Mein Beispiel zeigt es. Dr. Mayer- Amberg, Hannover,  dichtete mir als  Psychiater der Niedersächsischen Ärztekammer im Jahr 2009 wegen dieses Vergleiches einen Wahn an. Das ist unwissenschaftlich und  analytisch gesehen eine Projektion. Er, der Psychiater ist es, der in dem Wahn lebt, jemand, der Babys mittels Regenwasser abtötet, könne irgendwo besser sein als jemand, der zum gleichen Zweck Gas nimmt. Ich müsse „stationär“ polterte der Facharzt für die Seele. Man hatte mich, nur zu einem Gespräch eingeladen, zu einer Begutachtung in die Kammer gelockt. Die vereinbarte Schweigepflicht leugnete man später. Wann wird aus der Lügenkammer endlich wieder eine Ärztekammer? Wann wird die Ehe Kirche - Psychiatrie endlich der Scheidung zugeführt? Das verlangte ich schon 2009 von Prof. Hoppe, damals Präsident der Bundesärztekammer. Kirchliche Trägerschaften von Psychiatrien sollten aufgelöst werden. Auch verpflichten die Kirchen angestellte Ärzte, sich dogmakonform zu verhalten.  So wird ein freier Beruf per Unterschrift unfrei gemacht. 

 

Die Angst vor großen Plätzen und engen Räumen  kennt der Diagnoseschlüssel ICD-10, die Gottangst nicht. Sie ist es, die die Psychiatrie dazu führt, dass man die größte Angst des Menschen teils überhaupt negiert, also die Existenz der heute „durch alle Ritzen“ (3) kommenden ecclesiogenen Gesundheitsschäden rundweg abstreitet, teils, wenn man sie doch wahrzunehmen meint, die Kranken zwecks Therapie zu den „Verursachern“, zum Klerus abschiebt (2). Dort stellt man dann verrückte, zusätzlich krank machende „Diagnosen“. „Vom Teufel besessen“ seien die Überwiesenen (3). Benedikt musste bekannter Maßen dank unserer Psychiater Schnellkurse in der Disziplin Teufelsaustreibung organisieren. Wer das Wahngebäude der Psychiatrie zum Einsturz bringen will, ihre Mitglieder also mit ihren Urängsten konfrontiert, stößt auf erhebliche Widerstände. Je heftiger diese sich in einer Analyse zeigen, umso richtiger liegt man, umso größer ist die verborgene Angst. Umso eindeutiger und druckvoller muss aber auch die Offenlegung ihres Kunstfehlers ausfallen. Die seltsame Routine des Abschiebens eines Erkrankten zu den Verursachern einer Krankheit ist ein in der Medizin einmaliger Blödsinn, zumal es im Wissen darüber geschieht, was für „Diagnosen“ der Kollege in Schwarz stellt und wie seine Therapie aussieht.

 

Umso wichtiger ist eine Prophylaxe: die Abschaffung eines Gottes-Bildes, das Kindern einen absolut bösen „Gott“ vorspiegelt.  Am 19.3.20 schrieb ich dem Vorstand der EKD, ob man dort Einwände habe, wenn ich den EKD-Gott als Hitler- oder Nazi-gott bezeichnen würde. Ich würde dortiges Einvernehmen voraussetzen, wenn man sich nicht in 14 Tagen diesbezüglich hier melden würde. Diese Zeit ist nun vergangen. Ich schrieb: „Unter einem Nazi-Verhalten verstehe man außerhalb Deutschlands heute den „Inbegriff des Bösen“, so die jüdische Philosophin Susan Neimann (Die Zeit, 5.3.20). Nazis sind jene, die absolut Böses tun und unterstützende Personen, die dies gutheißen. Nazis soll man auch Nazis nennen, so dann auch Ex-Außenminister Joschka Fischer zu den heutigen Nazis in der Die Welt vom 16.3.2020. Der Gott der Christen ist der Inbegriff des Bösen.“ So nahm der EKD-Gott im Zuge der Befreiung Israels alle (unschuldigen!) ältesten männlichen Kinder  der Ägypter zur Geisel und tötete sie. Allein dafür gibt es ein „Lebenslänglich“ - mit anschließender Sicherheitsverwahrung. Eine einwöchige Narkose für die ägyptische Militärpolizei hätte es ja auch getan. Trockenen Fußes wären die Israelis ins gelobte Land gekommen.

Der jetzt also EKD-einvernehmliche Hitlervergleich, von mir vor Jahren als  BHV abgekürzt,  ist medizinisch wichtig. Er bedeutet den Tod des Wahnes, der Christengott könne irgendwo besser als Hitler sein oder gar so etwas wie die „Liebe“. Er bedeutet den Tod des konventionellen Christentums. Er macht den Weg frei für ein gewaltloses und damit wirklich christliches Gottesbild, wie es vielfach auch von Geistlichen eingefordert wird. Nicht jeder Pastor / Priester fühlt sich wohl, mit dem  jetzigen Gottesbild Kinder krank machen zu müssen und ihnen ein Rechtsempfinden einreden zu müssen, dass sie zu Personen macht, die das absolut Böse tolerieren und gutheissen, sie also nach der modernen Definition zu Nazis macht. Das gefährlichste Buch der Erde sei doch wohl die Bibel, so Goethe zu Falk.  Juden seien die Kinder des Teufels, so Joh.8, 44. So machte Johannes  auch Luther und Hitler zu Nazis. Millionen Kinder (!) sind nach Tilmann Moser ecclesiogen erkrankt (4). Es ist jetzt wirklich an der Zeit…

 

1. Käßmann: „Wie ist es so im Himmel?“

2. Der Psychiater Dr. Rüber Winterhoff, Celle,  als Vortragender. Protokoll hier vorliegend

3. Zeitung Die Zeit  vom 31. 3. 2010

4. Tilmann Moser: „Gottesvergiftung“ 

 

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Die "Straßenmission glaubensfroher Christen" macht unsere Kinder unfroh und krank: 

„Der Sünder, der nach seinem Tod im unauslöschlichen Flammenmeer der Hölle ewige Pein leidet, erntet genau das, was er gesät hat.“

Ein Sacco-Suizid. Häufig, aber unnötig wie ein Kropf.

 

In der Vorhölle, Akryl, 2002
In der Vorhölle, Akryl, 2002
Kirchliche Lieblingsbeschäftigung
Kirchliche Lieblingsbeschäftigung
Akryl auf Papier, 2003
Akryl auf Papier, 2003

F. Sacco: "Kreuzesfolter muss nicht sein", Street Art  Bremen / Ein Gott kann auch ohne Kreuz vergeben. 

F. Sacco  Street Art, Bremen

"Kirche und Kind"

Ungleiche Machtverhältnisse

F. Sacco  Installation

F. Sacco "Junge Autistin"

Street art, Bremen

"Therapie" bei der Angsterkrankung Autismus

F. Sacco: Fegefeuer

Doch was sagte er wirklich?

"Jesus" bei der Arbeit am Kochtopf (oben rechts),

im Paderborner Dom

Frank Sacco, "Hell", Akryl 2014

 

 

 

 

 

 

 

 Kinder-Albtraum Hölle

Frank Sacco, "Schuld", Akryl 2015

Kindergottesdienst (vorher- nachher)

"Mittäterin an Jesu Kreuzigung." Afrikanerin, 

         durch Mission                         missbraucht.

         Missionsversuch

sosorryrexarcfull

    Massenmord Sintflut

    Der Täter tröstet Rex

 

 

  Lieblingsbeschäftigung

 

übermüdeter Internist?

"Therapie", Sacco 2013

gewaltsame  Rache "Gottes" in Sodom

Ostseestrand, Sacco 2015