Wie wird man pädophil gemacht? Von Frank Sacco

 

  

Vorwort Müller: Sich heute für Pädophile einzusetzen, ist verpönt – das sagt Frank Sacco, Doktor der Medizin. Er tut es trotzdem, obwohl er schon dafür beschimpft worden ist. Anhand von einem Fall, der im SPIEGEL geschildert wurde (allerdings ohne digitale Spuren zu hinterlassen), vollzieht Sacco den Lebensweg eines Täters nach und weckt Verständnis für die krankhaften Fehlentwicklungen (Bild: Pezibear, pixabay).

 

Wie wird man pädophil gemacht?

 

Der Sexualstraftäter Ferdinand S. (Name redaktionell geändert) wird im Der Spiegel vom 13. 2. 2016 beschrieben (nicht online). Er ist 49 Jahre alt und zurzeit in der forensischen Psychiatrie Eickelborn. Diese Psychiatrie wurde in einen Sicherheitsbereich umgewandelt  mit meterhohen Zäunen, Schleusen, Stacheldraht. S. hatte mehreren Kindern sexuelle Gewalt angetan. Er gilt als persönlichkeitsgestört, ist also vermindert schuldfähig.

 

Zur Anamnese: Schon kurz nach der Geburt kommt er, da Sohn alkoholabhängiger Eltern, in ein Kinderheim, so auch in den Bispinghof, den „evangelische Ordensschwestern despotisch führen“. Wenn er nicht „pariert, verdreschen ihn die Aufseherinnen mit metallenen Unterseite eines Teppichklopfers.“ Schläge auf das nackte Gesäß eines Kindes sind nach Freud ein sexueller Akt. Er nannte diese Ausweichsexualität Sadismus und ordnete ihn den „Perversitäten“ zu. Er entsteht, wenn der Hauptstrom der Libido sich nicht, wie normal, heterosexuell ausleben kann. „Mitunter sperren sie S. tagelang in eine Kammer und schieben ihm Essen durch eine kleine Luke am Boden“. Von älteren Heimbewohnern wird er wiederholt vergewaltigt.

Er sieht dann in Frauen „starke übermächtige Gestalten, die ihm Angst einjagen“. Die heterophoben Ordensschwestern sind allesamt Mitglieder einer heterophoben Vereinigung, deren Leitbild Maria nur ohne funktionierenden Unterleib heilig bleiben kann. Sie werden S. schon beigebracht haben, was sie von normalem Sex mit Männern halten. Seine Onanie wird man entsprechend verdammt haben. Die Vagina einer Erwachsenen wird ihm von den Despotinnen als der „Eingang zur Hölle“ (nach Magnus Hirschfeld)  demonstriert worden sein. Das Kind wird die geltenden Kirchenlieder gesungen haben müssen, z.B. das Lied „So wahr ich lebe spricht dein Gott“, mit dem Inhalt: „…so du nicht Buße tust, dein Seel und Leib dort (in der Hölle) brennen muss.“ Solche Lieder sind Terror, und terroristische Bedrohung ist  in der BRD allen, außer den Kirchen, streng verboten.

Die Ordensschwestern werden S. beigebracht haben, dass er wohl eher ein Kandidat für die Hölle als für den Himmel ist. Das kriminalisiert so jemanden. So entsteht Anomie nach E. Durkheim. Wenn Kirche Gewalt sät, erntet sie sie irgendwann. Die Folge: pädophil missbrauchte Kinder.  Im Buch „Klostergreuel“ von B. Guinaudeau, J.F. Lehmanns Verlag, ist die Rede von „Unmenschlichkeiten und Scheußlichkeiten, welche sich die „lieben“ Schwestern von „Guten Hirten“ und anderen Kongregationen  im allen Waisenhäusern ihrer Orden haben zu Schulden kommen lassen. Sie würden „erinnern an das finsterste Mittelalter“. Man habe hier förmliche Sklavenhalterinnen vor sich, denen es nichts gelte, „ein Menschenleben zu zertreten“.

 

Da nie wirkliche Aussicht auf normalen Sex bestand und normaler Sex Sünde und damit Hölle bedeutete, wendete sich S. zur Auslebung seiner Sexualität Kindern zu, hilflosen Wesen also mit einem S.s Unbewussten „unschuldig“ vorkommenden Unterleib.  Die Angst vor erwachsenen „Frauen hat sich bei mir aufgelöst“, sagt S. nach einer jahrelangen Therapie. Hat sich aber auch seine (wohl unbewusste)  Angst vor der Hölle aufgelöst in einer Psychiatrie, wo religiöse Themen in aller Regel in der Gesprächstherapie phobisch ausgespart werden? Beim Thema Religion oder gar kirchenkritischen Diagnosen (ekklesiogene Erkrankungen / Sacco-Syndrom) ist unsere Psychiatrie autistisch stumm. Ekklesiogen Erkrankte, die heute „aus allen Ritzen“ kommen, werden zur „Therapie“ zum dogmaverpflichteten Klerus überwiesen. Und der holt die unendlichen jenseitigen Strafen (nach Bischof Schneider ein „Geschäft“ seiner Kirche),  erneut aus seinem Klingelbeutel.

 

5 Antworten auf Wie wird man pädophil gemacht? Von Frank Sacco

1. Saco sagt:

24. Februar 2016 um 12:23

 

Im Buch „Klostergreuel“ von B. Guinaudeau, J.F. Lehmanns Verlag, ist die Rede von „Unmenschlichkeiten und Scheußlichkeiten, welche sich die „lieben“ Schwestern von „Guten Hirten“ in allen Waisenhäusern ihrer Orden und anderen Kongregationen  haben zu Schulden kommen lassen." Sie würden „erinnern an das finsterste Mittelalter“. Man habe hier "förmliche Sklavenhalterinnen" vor sich, denen es nichts gelte, „ein Menschenleben zu zertreten“. 

Entnommen dem Buch Religion und Religionen, Autor Pfleiderer, 1906. Alt, aber nicht veraltet.

 

2. Frank Berghaus sagt:

24. Februar 2016 um 21:59

Ich wehre mich beständig gegen die missbräuchliche Benutzung des Begriffs "pädophil". Das ist ja zunächst einmal eine völlig natürliche Einstellung, die man eigenen oder auch fremden Kindern gegenüber haben sollte. Ich bekenne mich jedenfalls dazu, pädophil zu sein, da ich Kinder (nicht nur die eigenen vier) über alles liebe. Sie sind es auch wert, dass man sich liebevoll kümmert.

So sollten auch Pädagogen pädophil sein. Wären sie im Gegenteil pädophob, müsste man ihnen wohl attestieren, im falschen Beruf gelandet zu sein.

Leider wird das immer wieder verwechselt mit sexueller Übergriffigkeit Kindern gegenüber, was aber das genaue Gegenteil von richtig verstandener Pädophilie darstellt. Wer übergiffig wird, liebt die Kinder ja nicht, sondern er schadet ihnen, fügt ihnen meist lebenslang nachwirkende Traumata zu.

 

3. Klarsicht sagt:

25. Februar 2016 um 17:18

Sex mit Kindern ausweislich des Koran gestattet ?!

„Basierend auf Koran und Überlieferung schafften Islamgelehrte in der islamischen Rechtswissenschaft (Al Fiqh) die rechtlichen Grundlagen, die die Verheiratung von kleinen Kindern und den sexuellen Umgang mit ihnen regeln sollen. 

Alle 4 Mathaheb Schulen des sunnitischen Islams sowie die verschiedenen Glaubensrichtungen der Schiiten sind sich über diese Grundsätze, mit Ausnahme von feinen Details, einig. 

In diesem Video finden Sie eine Zusammenfassung dieser Grundsätze.“

„Sexueller Missbrauch von Kindern im Islam“:

https://www.youtube.com/watch?v=qqTPg9LjoqQ

 

  Saco sagt:

29. Februar 2016 um 15:54

Zum Begriff pädophil: Er bedeutet eigentlich, dass man sich Sex mit Kindern gut für sich selber vorstellen kann. Man hat Schwellkörpermessungen an heterosexuellen Männern unternommen, Gefühle, soweit ich es erinnere, traten bei über 50 % dieser Männer auf, wenn man entsprechendes Bildmaterial zeigte. Pädosexualität bedeutet es hingegen, wenn man seine Gefühle an Kindern auslebt.

Letzteres ist heute hier in der BRD untersagt. Es gibt und gab aber Volksgruppen, wo das nicht so war. Da war Pädosexualität so usus. Wo sie usus ist, ist sie auch nicht ein so großes Trauma für die Kinder. Besonders nicht, wenn alles einvernehmlich und ohne Gewalt passiert. Platon und Sokrates mussten also nicht auf die Couch. Pädosexualität bedeutete in des seltesten Fällen Penetration, so Sigusch, und der wird es wissen.

 

4. Saco sagt:

1. März 2016 um 07:50

Die These, dassrestriktive,  fundamentalistische religiöse Dogmen Pädophilie bedingen, vertritt auch der Sexualwissenschafftler Ernest Bornemann. Er schreibt: Der Anthropologielehrer Bronislaw Malinowski „pflegte zu erzählen, dass die Trobrinander in Nordwest-Melanesien… es als sehr bedenklich empfanden, wenn ein Mädchen von vier Jahren oder ein Bub von fünf noch keinen Geschlechtsverkehr gehabt hatten“, so im Buch.  Die Eltern sahen kindlichen Verkehr  „als eine sozial bedeutsame, lebenswichtige Tätigkeit“ an. Bei diesem Volk gab es  einen „relativ niedrigen Level von Neurosen und Perversionen“, also weniger Homo- und Pädosexualität. Es resultierten wenig neurotische „Sexualängste“. In Europa werde oft mit schlechtem Gewissen (unter Erwachsenen, der Verf.) koitiert“. Kinder bekämen dann den Eindruck, dass „Liebe etwas Ekelhaftes, Sündiges und Unkeusches sei“. Dass auf nicht gebeichtete Sünde nach geltendem Dogma Höllenstrafe steht, ist uns allen bekannt. Auch das kann einem eine im Prinzip schöne Sache endgültig verleiden.

 

 

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Die "Straßenmission glaubensfroher Christen" macht unsere Kinder unfroh und krank: 

„Der Sünder, der nach seinem Tod im unauslöschlichen Flammenmeer der Hölle ewige Pein leidet, erntet genau das, was er gesät hat.“

Ein Sacco-Suizid. Häufig, aber unnötig wie ein Kropf.

 

In der Vorhölle, Akryl, 2002
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Kirchliche Lieblingsbeschäftigung
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Akryl auf Papier, 2003
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F. Sacco: "Kreuzesfolter muss nicht sein", Street Art  Bremen / Ein Gott kann auch ohne Kreuz vergeben. 

F. Sacco  Street Art, Bremen

"Kirche und Kind"

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F. Sacco  Installation

F. Sacco "Junge Autistin"

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Doch was sagte er wirklich?

"Jesus" bei der Arbeit am Kochtopf (oben rechts),

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Frank Sacco, "Hell", Akryl 2014

 

 

 

 

 

 

 

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