Papst Benedikt warnt den Klerus vor dem Bewirken eines Sacco-Syndroms          von Frank Sacco

 

Der Papst outet sich in seinem Buch „Salz der Erde“. Geistliche müssten „auch drohen können“. Sie müssten „Drohgebärden“ einnehmen können. Wir fragen uns, womit Kleriker Kindern drohen? Die Antwort gibt uns Bischof Nikolaus Schneider, der Ex-Chef der EKD: Man droht nicht mit einem Handyverbot, man droht mit dem jenseitigen Gericht Jesu und den sich daraus ergebenen jenseitigen Strafen.  Mit dem „ewigen Feuer“ Jesu. Die Botschaft Jesu von seiner Feuer-Hölle sei eine „verstörende Botschaft“, so der Chef der Evangelischen Kirchen in seinem Buch „Von Erdenherzen und Himmelschätzen“, S. 54. In der Tat. Diese „Botschaft“ macht  krank. Es ist übrigens insofern eine fiktive Botschaft, da sie nicht vom Verfasser unterschrieben ist. Sie ist damit juristisch Makulatur.

 

Und der Kardinal aus dem Marktl  am Inn? Geistliche  müssten auch mal „draufschlagen“, so die Weisung des Papstes im Buch „Salz der Erde“.  Auf die „Dickhäuter“. Die die Botschaft des Christentums nicht leben. Doch wenn ein Geistlicher ein Kind schlägt, ist es fürs Kind, als wenn Gott es  schlägt. In der Gerichts-Botschaft Jesu liege ein „beunruhigendes Element“. Die Botschaft  macht gewisse Kinder also unruhig. Sie produziert verstörte  und unruhige Kinder mit ADS. Mit „eccclesiogener ADS“. Der Papst ist sich da eins mit seinem  protestantischen Kollegen Bischof N. Schneider.

 

Doch Benedikt macht auf eine sehr große Gefahr aufmerksam: Er beschreibt die Möglichkeit der raschen Entwicklung eines kirchenbedingten Sacco-Syndroms. Er beschreibt die Krankheit, der ich einen Namen geben musste, weil sie keinen hatte. Es gebe „empfindsame, schon fast kranke Seelen, die man „schnell in die Angst“ vor der Hölle „hinabstößt“. Aus beinahe-kranken Kindern macht man dann als Kirche so  richtig Kranke, Sacco-Kranke. Das sieht der Heilige Vater als eine große Gefahr an. Die Fast-Kranken müssten rasch „aus der Furchtzone herausgeholt werden“. Denen müsse man viel über die Gnade erzählen. Denn der Richter Jesus könne ja durchaus auch gnädig sein und nicht in die Hölle schicken. Ja, das wurde uns allen Christen als wir Kinder waren gelehrt.  Er sei denen gegenüber gnädig, die ihn lieben. Die nicht wider den Heiligen Geist gesündigt haben, wie das Kind Sonja, das sich in der Kirchenbank stieß und deshalb fluchte. Und dem man nicht vergab. In keiner Beichte. Sonja zog sich eine ecclesiogene Schizophrenie zu.

 

Doch seinen Spagat bekommt der Ex-Papst nicht hin. Kein Geistlicher bekommt ihn hin. Benedikt ruft zum „Draufschlagen“ auf. Dieses Draufschlagen, das der Papstbruder Georg, und nicht nur der, dann auch so bruder-folgsam an seinen Domspatzen umsetzte, ist per Gesetz heute verboten. Auch die Aufrufe und Befehle dazu, zur Gewaltanwendung, sind verboten. Auch fehlt Benedikt, dem Intellektuellen, sowohl das Herz als auch  die Ausbildung, diejenigen Kinder auszumachen, denen Schläge wirklich helfen, zum liebenden Christentum hin helfen, von der ewigen Hölle weg helfen. Es gibt nämlich Dickhäuter, die wegen einmal empfangener Gewalt erst zu Dickhäutern wurden. Die demnach Opfer sind. Das lehrt man Sozialarbeitern. Der Josef vom Inn hat keine Ausbildung in dieser Art von Psychoanalyse vorzuweisen. Ein Großteil seiner Priester hat allenfalls nur eine Schnellausbildung in Sachen Kinderpsychologie absolviert, ggf. mit dem Zusatzfach Exorzismus. Auch für Letzteres führte Papst Benedikt weltweit Schnellkurse ein.

 

Die  Amtskirchen müssen nun entsprechend Benedikts Warnungen zwei getrennte christliche Kindergärten, zwei getrennte Gottesdienste und getrennte Religionsunterrrichte anbieten. Das eine für die empfindlichen Kinder, denen man die Hölle nur vorsichtig beibringen soll, das andere für die Dickhäuter, die man, ob nun wirklich oder in übertragenem Sinn,  schlagen muss. Wo man draufschlagen muss. In einer gemeinsamen christlichen Erziehung  kann man beiden Spezies sicherlich nicht gerecht werden. Immerhin gibt es im evangelischen Gesangbuch 100 Kirchenlieder über den Teufel und die Hölle eines Jesus. Und es gibt 150 weitere über die Gnade eines Jesus, die nötig ist, um seiner Hölle zu entgehen. Fazit:  Man muss die Kinder trennen und sie getrennt Unterschiedliches singen lassen. „So du nicht Buße tust, dein Seel und Leib  dort brennen muss“, so etwas ist wohl nur für Benedikts  „Dickhäuter“ ein wirklich hilfreicher Gesang, um in der Sprache des Klerus zu reden. „So wahr ich lebe, spricht Dein Gott“, so lautet übrigens der unfassbare Titel des Liedes. Da spricht der sonst so stille Gott einmal höchst persönlich zu unseren Kleinen.

 

Doch es gibt bei Geistlichen Ausnahmen. Ich, der ich auch zum Priester geweiht wurde, habe noch nie ein Kind in den Höllenschlund des Sacco-Syndroms geworfen. Im Gegenteil. Ich rede Sacco-Kranken die Hölle in einer EAT aus und identifiziere sie als Kirchenreklame. Als das „Geschäft“ der Kirchen. Es ist auch per Gesetz verboten, Höllenängste zu verbreiten ohne den geringsten Beweis für eine derartige ewige Folterkammer in den Händen zu haben. Auch ist Jesus juristisch tot. Das Wunder seiner Auferstehung gilt in der Jurisprudenz nicht. Dass die Höllensache ein „Geschäft“ ist, sagt uns in einem schwachen Moment Bischof Nikolaus Schneider im Der Spiegel, 43,14. Ich rede die Hölle betroffenen Klienten aus, denn ein Sacco-Syndrom ist in seiner voll entwickelten Form, wenn es wie üblich mit einer schweren Depression einhergeht, im Durchschnitt bedeutend belastender als jede andere psychische Erkrankung. Ich weiß von einem Erkrankten, der mit dem Kopf gegen eine Wand rannte, um bewusstlos zu werden. Neuroleptika und Valium schlugen nicht an. Die „Gewissheit“, in eine ewige Hölle zu kommen, richtet innerpsychisch Schreckliches an. Und die Geistlichkeit, allen voran Kardinal Müller von der Inquisition, sprechen von einer „Glaubensgewissheit“. Doch beim Erkrankten ist diese „Gewissheit“ allermeist verdrängt. Man muss sie offen als mögliches Trauma in einer EAT  ansprechen. Übrigens: Glaube kann nie Gewissheit sein.

 

Auf jeden Fall müssen jetzt all diejenigen verstummen und umdenken, die mir mitteilten, ein Sacco-Syndrom gebe es nicht, wie z. B. Chefarzt Prof. Diefenbacher und seine Kollegen aus Berlin oder Dr. Mayer-Amberg, Niedersachsen. Tilmann Moser hat Recht: Das Sacco-Syndrom gibt es „millionenfach“. Denn nur wenige Kinder sind die vom Papst beschriebenen „Dickhäuter“. Die allermeisten unserer Kleinen sind empfindlich und sensibel. Sie glauben Klerikern alles. Empfindliche Menschen treffen Geistliche mit der Kirchenreklame Hölle hart - und oft genug sogar tödlich. Der Papst entlarvt im Buch „Salz der Erde“ auch die Lebenslüge der etablierten Psychiatrie. Die meint  heute auf der einen Seite zu wissen, ecclesiogene Schäden gebe es nicht, und so brauche es auch die Diagnose Sacco-Syndrom nicht. Auf der anderen Seite aber schickt sie ihre Sacco-Kranken zum verursachenden Klerus „zur Therapie“ (siehe Die Zeit, 31.3.2010). Die Erkrankten werden  aus dem qualitätsgesicherten Gesundheitssystem ausgeschleust.

 

 

Auf die „Gefahr negativer Gottesbilder“ weist unsere Psychiater auch der Mönch Meirad Dufner hin. Er weiß, wovon er spricht. Er arbeitet am Recollectiohaus in Münsterschwarzach und schreibt über die Arbeit dort das Buch „Gottestäter“. Im Recollectiohaus, einer kirchlichen Psychiatrie,  werden zum einen die Priester und Nonnen therapiert, die an einem Sacco-Syndrom erkrankt sind und zum anderen jene „Täter“, die zu sehr „draufgeschlagen“ haben, die ihre kleinen und großen Zuhörer zu sehr krank gemacht haben – eben die „Gottestäter“. Wir brauchen ein anderes Gottesbild. Wir brauchen ein Gottesbild jenseits der Bibel.  Die so unheilige Schrift kann diese Bild nicht hergeben (Thema Sintflut).  „Richter gibt es genug“ auf Erden, so im Buch Gottestäter. Das für Kinder so bedrohliche Ewigkeits-KZ des Klerus hat ausgedient. Es ist fundamentalistisch und nicht verfassungskonform. 

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Die "Straßenmission glaubensfroher Christen" macht unsere Kinder unfroh und krank: 

„Der Sünder, der nach seinem Tod im unauslöschlichen Flammenmeer der Hölle ewige Pein leidet, erntet genau das, was er gesät hat.“

Ein Sacco-Suizid. Häufig, aber unnötig wie ein Kropf.

 

In der Vorhölle, Akryl, 2002
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Kirchliche Lieblingsbeschäftigung
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Akryl auf Papier, 2003
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F. Sacco: "Kreuzesfolter muss nicht sein", Street Art  Bremen / Ein Gott kann auch ohne Kreuz vergeben. 

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