Einführung in die Tiefenpsychologie / 

Das Sacco-Syndrom von Frank Sacco

 

  

Vorwort Müller: Von oberflächlichen Tiefenpsychologen und Kastrationsängsten in der therapeutischen Sackgasse ist in diesem Artikel die Rede. Frank Sacco, Doktor der Medizin, stellt sein Sacco-Syndrom und die EAT-Therapie vor und gibt damit eine mögliche Erklärung für de übervollen psychiatrischen Einrichtungen.

 

 

Einführung in die  Tiefenpsychologie

 / Das Sacco-Syndrom                       von Frank Sacco

 

 

Es gibt bislang kaum wirkliche Tiefenpsychologen. Die Vertreter dieses Berufszweiges verbleiben im Oberflächlichen. Ängste, und nahezu nur um die geht es bei den psychischen Erkrankungen, sollen auf Strafen oder deren Androhungen durch frühkindliche Bezugspersonen zurückgehen – oder genetisch bedingt sein. Sigmund Freud führte dazu die unglückselige Angst vor einer Kastration durch den Vater an. Er bezeichnet sie als größte „Angst jedes Knaben“. Damit lenkte er die Psychiatrie bis zum heutigen Tag in eine diagnostische und therapeutische Sackgasse. So brauchte es erst einen Gynäkologen (Eberhard Schaetzing), den vermeintlichen Tiefenpsychologen den Weg in die wirklichen Abgründe einer Seele zu weisen. Doch man bewirkte als Psychiatrie, Schaetzings Idee zum Verschwinden zu bringen. Er hatte behauptet, kirchlich vermittelte Gottangst sei eine bedeutende Ursache psychischer Erkrankungen. Er versuchte vergeblich, die Diagnose ecclesiogene Neurose zu etablieren. Bis heute kennt nicht einmal „Word“  diesen Begriff.

 

Schaetzing wollte man nicht. Zu nahe war er den verdrängten eigenen religiösen Ängsten unserer Psychiater. Nur über Angst erklärt sich deren Abneigung, auf religiöse Thematiken ihrer Patienten ernsthaft einzugehen. So habe ich im Jahr 2015 das Sacco-Syndrom vorgestellt. Es umfasst jetzt nicht nur das, was man als  Neurosen bezeichnet, sondern erkennt auch in Psychosen, Autismus-Störungen, Zwängen, Süchten, Sexualneurosen und dem Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom die nach Karl Jaspers und dem Priester und Religionspsychologen Eugen Biser größte Angst des Menschen, die Gottangst. Ich differenzierte beim Über-Ich  ein Eltern-Ich und ein Gott-Ich mit jeweils einer Angst vor elterlicher bzw. einer göttlichen, ewigen Strafe. Während Eltern im Normalfall nicht über- bzw. unmenschlich  strafen, auch weil es ihnen per Gesetz verboten ist, straft der über Informationen von Eltern, Geistlichen und Medien Kindern vermittelte Gott angeblich und nach der Bergpredigt bekanntlich unendlich lange und unendlich grausam. So schreibt der Kirchenmann Hans-Werner Deppe im Büchlein für Kinder mit dem Titel „Wie wird es in der Hölle sein?“, Jesus sei in seinen ewigen Höllenstrafen „schlimmer als Hitler“. Deppes Verlag wird von der katholischen Kirche als „Partner“ unterstützt. Der Hitlervergleich ist eine Blasphemie, eine Gotteslästerung. Und diese ist in der BRD strafbar, wenn sie wie hier den gesellschaftlichen Frieden, die öffentliche Ordnung stört. Schon Jesu Vater, Gott-Vater, sei schlimmer als jeder irdische Despot. Das wird unseren Kleinen in jeder Kirche über dessen angebliche Taten vermittelt, als da sind Sintflut, Sodom, Gomorrha, Fegefeuer etc. Es soll keinerlei negative Auswirkungen haben, wenn Kindern ein derartiges Gottesbild als „Glaubensgewissheit“ implantiert wird, so der Psychiater meiner Ärztekammer am 17. 11. 2009 in einer offiziellen Sitzung über Glaubensgrundsatzfragen. Mein Kollege beweist damit Folgendes: die Psychiatrie ist über ihre Verharmlosung seelischer Maximalgewalt Kindern gegenüber selbst wahnhaft-paranoid. Sie ist damit ein Spiegel der Gesellschaft, statt ihr und den Amtskirchen ein notwendiger Korrekturfaktor zu sein. Nahezu alle hier wissen, dass Kirchen Kinder mit der Hölle indoktrinieren, denn sie ist, wenn man nachfragt,  ihr festgeschriebenes Dogma. 

 

Ja wer nicht an die Hölle glaube, so Papst Benedikt, der „versündige“ sich gegen den Heiligen Geist. Die Mehrheit der  hiesigen Bürger ist der irrigen Meinung, dass niemand an diesen Unort  glaubt, und unsere Kinder schon gar nicht. Nie habe man als Kind Angst vor der Hölle gehabt, ja nie sei davon in einer Kirche die Rede gewesen. Das ist ein fataler Irrtum. Die Amtskirchen nehmen sich schon 2-jährige, die sie mit der Hölle ängstigen – wobei ein einziges Mal oder schon ein einziges Kirchenlied ausreichen. Ja es reicht schon aus, wenn Kinder in den Medien lesen, in Syrien sei es „wie in der Hölle“. Ein derartiger Satz kann einem Kind, auch dem eines Atheisten,  die Existenz dieses fiktiven Ortes schon „beweisen“. Die Hölle und damit die Angst vor ihr werden nur sogleich vom Kind in das Unbewusste verdrängt. Ohne eine derartige Verdrängung könnte es nicht in einer gewissen Ruhe weiter existieren. Doch im Unbewussten  richtet Höllenangst Unglaubliches an.

 

Sie führt beim Patienten mit einer depressiven Persönlichkeit zu einer Ich-schwäche: Er stellt seine eigenen Wünsche gemäß den Weisungen der Bergpredigt völlig zurück. Gute Menschen kommen in den Himmel – schlechte  in die Hölle, so der Grundsatz. Wer „zu wenig Liebe gegeben“ habe, der komme in die „das ewige Feuer Jesu“, so Bischof Nikolaus Schneider. Ein Reicher kommt nicht durch das biblische Nadelöhr, so das Dogma. Ein Depressiver mag zum Asketen werden, wobei die modernen Asketen sich oft jedes Glück, ja jede Zufriedenheit nicht gönnen. Eine Depression, so hart sie auch sein mag, stellt oft eine Eigenstrafe für begangene „Sünden“ dar. Sie ist ein dem Erkrankten unbewusstes Opfer an einen Gewaltgott, analog (auf somatischem Gebiet) dem Opfer des Ödipus, der sein eigenes Augenlicht zur Beschwichtigung seines Gottes Zeus hergab. Der griechische Held hatte ja seine Mutter geschwängert und erwartete Bestrafung. Zudem demonstriert der sog. Sündenfall, bei dem es um einen Apfel (!) ging,  einem Depressiven anschaulich die absolute Kleinlichkeit eines Bibelgottes, wenn es um irgendwelche „Sünden“ geht. Die sog. „Sünde“ ist übrigens eine klerikale Erfindung und stellt eine Erhöhung einer Schuld ggf.  ins unermesslich-transzendentale dar.

 

Der später Schizophrene ist zur Krankheitsbeginn ganz anders gestrickt. Er behauptet sich vor dem grausamen Rachegott der Kirchen. Er kämpft seine angestammte Religion nieder. Ja er mag, so etliche Beispiele, auch den Heiligen Geist verfluchen. Doch er scheitert. Der fiktive Gegner ist ihm letztlich übermächtig. Und ihm kommt weder von seinen Eltern, noch von seinen Therapeuten oder Geistlichen eine effektive Hilfe zu, die es ihm gestatten würde, die Androhung ewiger jenseitiger Strafen als ein „Geschäft“ zu erkennen, als Politik der Kirchen. Dass es ein reines Geschäft ist, sagt uns der ehemalige Leiter der Evangelischen Kirchen Deutschlands, der schon oben zitierte Bischof Nikolaus Schneider in einem Interview im “Spiegel“ 43/2014. Es ist geschäftsmäßiger Terror. Wahn und Halluzinationen mit oft masochistischen Inhalten sind beim Erkrankten die Folge seines Kampfes. Beide Symptome sind Versuche zur Selbstheilung, so bedrückend sie auch sein mögen. Dass dem so ist, ist der Psychiatrie nicht bewusst. Sie unterdrückt diese Symptome  konsequent und über Jahre als sog. „produktive Symptomatik“ mit persönlichkeitsumformenden Neuroleptika. Dabei sollte sie die Ursachen angehen.

 

Der später Zwangskranke meidet zwanghaft “Unregelmäßigkeiten“, die einen Weg zur Sünde darstellen könnten. So wäscht er sich beispielsweise in einem Waschzwang Sünde ab, vermeintliche und verdrängte Sünde. Die ist oft mit einer frühkindlich stattgefunden sexuellen Aktivität  verbunden. Die war natürlich kindlich-harmlos, ist jedoch bekanntermaßen religiös-dogmatisch immer schmutzig-sündig. Sexualität hat nur ihren herausragenden Stellenwert in der Psychiatrie aufgrund ihrer Einordnung als „Sünde“. Nahezu immer ist der Zwangskranke ein Perfektionist. In Korrektheit, Ritual und Ordnung findet er Schutz. Seine ihm unbewusste Gottangst zwingt ihn zu ständiger Perfektion. Das führt über eine Überforderung oft in eine Psychosomatik mit Migräne, Hochdruck, Herzinfarkt oder Stoffabhängigkeit. Seine Umwelt kann unter seiner Pedanterie massiv leiden.

Der Hysteriker fällt wie Sigmund Freud aus der Realität und klassisch in eingebildete Krankheiten oder in Ohnmachten. Die Ohnmacht führt ihn weg vom Gedanken an eine begangene „Sünde“. So erging es Sigmund Freud in Situationen, die ihn an seinen Jahwe – Mord erinnerten. Als er aus der Bewusstlosigkeit erwachte, äußerte er, dass man an dieser seiner Neurose arbeiten müsse. Freud hatte in seiner Behauptung, Jahwe sei Wahn, die größte denkbare Sünde eines Juden begangen. Er driftete in die Nikotin- und später Morphinabhängigkeit ab. Heilung konnte sich bei ihm nicht einstellen, war der Analytiker ja in dem Irrglauben befangen, areligiös zu sein. Das Gegenteil war der Fall, so nachzulesen in meinem Buch „Die Neurose Sigmund Freuds als Kollektivneurose“, BoD.  Sein „Analytiker“ Carl Gustav Jung schreibt, Freud habe das Religiöse noch tiefer verdrängt als das Sexuelle.

 

Am härtesten trifft es die Depressiven. Sie weisen oft nicht die Möglichkeiten einer Defektheilung auf. Häufig enden sie im Suizid. Den verhindert nur oft der Gedanke, danach noch elender in Gottes angeblicher Hölle gefoltert zu werden. Verlustangst sei deren größte Angst, so die etablierte Psychiatrie.  Nein, die  größte Sorge „endogen“ Depressiver ist die Angst vor dem Begehen einer „Sünde“, denn  sie führt in eine überschäumende Strafangst. Die Schuldgefühle eines solchen Depressiven sind Sündengefühle. Regelmäßig erwarten die Erkrankten göttliche Strafen, ohne dass  ihnen dies bewusst wäre. Schon ein „Nein“-sagen fassen sie unbewusst als die Sünde eines unterlassenen Liebesdienstes auf. Man willigt in alle Forderungen ein. Für dieses Gefühl habe ich den Terminus Sündengefühl in die psychiatrische Nomenklatur eingeführt. Oft äußert ein Erkrankter, er glaube nun wirklich nicht an die Hölle zu. Ihm ist schnell und eindrucksvoll mit dem Kierkegaard-Test „geholfen“, siehe Internet. Der Manisch-Depressive ist ein Depressiver, dessen Unbewusstes mit Hilfe einer Manie einer drohenden Depression zu entkommen versucht. Meist vergeblich. Es sind die Optimisten  unter den Patienten mit einer sog. depressiven Persönlichkeitsstörung.

 

In welche der gezeigten Erkrankungen man gerät, ergibt sich aus der angelegten oder frühkindlich erworbenen Persönlichkeitsstruktur. Die Eltern spielen häufig als modulierende Faktoren eine Rolle. Sie fungieren als somatische Trigger über ihre Gene oder als psychische Trigger mit ihrer jeweiligen Erziehungspraktik. Schon die Eltern sind meist angstkrank und übertragen ihre Weltsicht und Ängste. Freud rätselte in seinen Werken: Wie kann ein Über-Ich so überaus grausam-streng sein, wenn die Eltern nichts streng sind? Nun, das Sacco-Syndrom war ihm „unbekannt“.  Dabei war es seine Krankheit. Und das Sacco-Syndrom war letztlich über eine Nikotinsucht auch seine eigentliche Todesursache. Hier verweise ich auf die heutigen Aufdrucke deutscher Tabakwaren. Freuds Mörder war, wenn man so will, die katholische Kirche. Die ließ verlauten, die Psychoanalyse sei „vom Teufel“. Sie machte Freud zu einem Teufel.

Die Therapie des Sacco-Syndroms liegt neben einer EAT, einer-Ekklesio-adversativen Therapie, überwiegend in einer Prophylaxe. Das amtskirchliche „Geschäft mit der Angst“ vor jenseitigen Strafen ist in der BRD illegaler Terror. Jeder Wunderglaube, auch der der Auferstehung eines Gekreuzigten oder jeder sonstigen Person, zählt in der bundesdeutschen Justiz natürlich nicht. Jesus, der angebliche Verwalter einer Hölle, ist definitiv tot, so die Staatsanwaltschaft Freiburg im Breisgau.  Er ist juristisch nicht „existent“. Die Amtskirchen drohen somit in eigener Täterschaft mit dem „ewigen Feuer Jesu“. Mit ewiger Feueranwendung droht auch o. g. Bischof Schneider in seinem Buch „Von Erdenherzen und Himmelschätzen“, Seite 54. Er erhielt nach Abmahnung eine Strafanzeige wegen Kindesmisshandlung und Bedrohung. Doch Kirchen dürfen heute noch alles. Es bedarf einiger  aufklärender Arbeit, das zu ändern. Denn auch in der Bevölkerung bildet verdrängte Gottangst das eigentliche Zentrum des kollektiven Unbewussten. Sie führt zu einer kranken und von außen betrachtet skurrilen Toleranz der Straftaten unserer Geistlichen. Das Ergebnis ist erschütternd und liegt in übervollen psychiatrischen Einrichtungen.

 

 

 

 

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   Erschienen bei BoD,

   ca. 404 Seiten   €12.99

     Erschienen bei BoD

      € 7.99

Im Buchhandel und als

E-Book erschienen

Ladenpreis 10,99€

 

 

 

   Erschienen im Buchhandel (bei BoD) und als E-Book

Ladenpreis 8,99 €

Erschienen in englischer Sprache bei BoD, 5,99 €

 

 

Die "Straßenmission glaubensfroher Christen" macht unsere Kinder unfroh und krank: 

„Der Sünder, der nach seinem Tod im unauslöschlichen Flammenmeer der Hölle ewige Pein leidet, erntet genau das, was er gesät hat.“

Ein Sacco-Suizid. Häufig, aber unnötig wie ein Kropf.

 

In der Vorhölle, Akryl, 2002
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Kirchliche Lieblingsbeschäftigung
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Akryl auf Papier, 2003
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F. Sacco: "Kreuzesfolter muss nicht sein", Street Art  Bremen / Ein Gott kann auch ohne Kreuz vergeben. 

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Doch was sagte er wirklich?

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