Freud als Überträger einer Neurose

Von anderen als Geistlichen ausgesprochen, flößt das Wort Hölle den allermeisten Psychiatern wohl einen ungeheuren und mehr als tödlichen Schrecken ein. Warum nur? Sie spüren Bedrohung, Angst, gelegentlich auch „tödliche Langeweile“ und dann Wut. Sie lernen in ihrer Ausbildung, lieber in solchem Fall das Thema zu wechseln oder das Gespräch bzw. die Beziehung abzubrechen. Der Ausdruck „Hölle“ führt augenblicklich zu einem Gedankenstopp, der auch jede Vorstellung verhindert, was Höllenpredigen in der Seele von kleinen Kindern überhaupt anrichtet und der jede schwerwiegende Kirchenkritik unterbindet.

 

Wie kommt es nun zu der Allgemeinneurose unserer Psychiater? Es ist schnell erklärt: Freud ermordete mit dem Satz „Religion ist Wahn“ seinen Gott Jahwe - allerdings nur in seinem Oberflächenbewusstsein. Er blieb, was er nicht wusste, in seinem Selbst weiterhin ein streng Gläubiger. Weitere „Sünden“ gegen Jahwe ließ Freuds Unterbewusstsein danach nicht mehr zu. Das Maß war voll. Derartige „Frevel“ hätten darin bestanden, offen Religionskritik zu äußern und Patienten die Ursache ihrer Erkrankungen als Verbrechen der Kirchen an ihnen darzulegen. Stattdessen fiel der anwesende Freud in Ohnmacht, als die Sprache auf Gottesmord kam. Die spektakulärste fand während des „Psychoanalytischen Kongresses“ in München 1913) statt. Der Vortragende Jung erklärte gerade, Pharaonensöhne hätten regelmäßig ihre Väter (Götter) entmachtet bzw. getötet und sich selbst dann zum Gott gemacht. „In diesem Augenblick ist Freud ohnmächtig vom Stuhl gesunken“, so Jung.

 

Der von Jung geschilderte ägyptische Gottesmord erinnerte Freud an seinen jüdischen. War diese Ohnmacht nun „Zufall“? Nein. Der Münchener Ohnmacht war eine Bewusstlosigkeit (unter gleichen Bedingungen) 1912 in München und im Bremer Essighaus 1909 vorausgegangen. Jung berichtete über Moorleichen im unter einer riesigen Kirche liegenden Bremer Bleikeller, wie fast lebendfrisch erhalten sie doch seien. Vorher hatte man die Kirche und die Gläubigen besichtigt. „Was haben sie denn mit diesen Leichen!“, rief der sehr erregte Freud aus und wurde prompt besinnungslos. Dass Freud eine „Leiche im Keller hatte“, war allen unverkennbar. Die „tiefenpsychologische“ Lehrmeinung besteht nun darin, dieser „Getötete“ sei Jung, dem er als Rivalen unbewusst den Tod gewünscht habe oder gar Freuds Bruder Julius, der als Säugling an Tuberkulose starb. Freud hätte Schuldgefühle bekommen, da er als Einjähriger (!) Julius „vergiftete Muttermilch“ gewünscht habe.

 

Nun ist da aber keine juristische Schuld, seinem einjährigen Bruder, aber selbst noch Kleinkind, den Tod zu wünschen. Es ist etwas Harmloses. Nur die Religion überhöht so etwas erbarmungslos als höllenwürdige Sünde. Und: So milchtief muss Tiefenpsychologie gar nicht abtauchen! Das Richtige und Wichtige liegt so nah. Freud selbst interpretiert seine Ohnmachten doch durchaus fachgemäß: „Die regelmäßige Reaktion auf den Tod einer nahe stehenden Person ist doch die Selbstbeschuldigung, das man diesen Tod mitverursacht hat“ (Freud 1933,S. 553). Nun: Freud verursachte weder Jungs Tod, noch den seines Bruders. Seine ihm nahestehende Leiche im Keller hieß „Jahwe“. Der blieb im Unbewussten Freuds so lebend frisch bzw. zwitterhaft wie eine Mumie. Seine Ohmachten hätten „den Wert einer Bestrafung“, so Freud. Sie waren seine masochistische Strafe für den „Gottesmörder“ Freud, einen „Mörder aller Mörder“. Und wenn es doch so war, dass Freud wegen seines Brudermordes, der keiner war, unbewusste Schuldgefühle hatte? Dachte dann nicht sein Unbewusstes, wegen dieses „Mordes“ in die Hölle zu müssen?

 

Aber es kam noch härter für Freud: Religionspsychologisch war er eigentlich durch den Einfluss seines Kindermädchens zusätzlich bzw. eher „katholisch“. Er wuchs bireligiös auf und mordete also drei Götter. Vater und Mutter Freud hatten ihn in Glaubensdingen nicht exzessiv beeinflusst. Seine Mutter erinnerte Freud an sein Kindermädchen: „Sie hat dich in alle Kirchen getragen; wenn du dann nach Hause gekommen bist, hast du gepredigt und erzählt, wie der liebe Gott macht.“ Nun, lieb war und ist dieser „Gott“ nun so gar nicht. Der kleine Sigmund war nach seinen Kirchenbesuchen dem grausamsten aller bisher bekannten ca. 8 Millionen Götter ausgeliefert: Unserem Bibelgott. Dieser droht zwölfmal mehr mit einer Feuerhölle als der viel harmlosere Jahwe und trieb letztlich Freud über starke Schuldgefühle (siehe darüber bei Schur 1982, S. 235) in den Tod: Die Angst vor einer Gottesstrafe nach dem Gesetz des Talion hatte eine unbändige Nikotinsucht mit der Folge eines Mundhöhlenkarzinoms ausgelöst. Die katholische Kirche tötete Freud somit, wenn Sie so wollen, mit ihrer Drohung Hölle gewaltsam. Er hatte gelernt: Nur „wer den Namen des Herrn anrufen wird, soll gerettet werden“ (Röm10, 13, NT). Freud saß damit zwischen zwei religiösen Stühlen, zwischen Jahwe und Bibelgott. Beide erheben ausdrücklich einen Alleinanspruch auf den Thron, und beide Götter verstehen an diesem Punkt so gar keinen Spaß.

 

Die 5. Glaubenswahrheit (Maimonides, gest. 1204)) untersagt es Juden streng, einen anderen Gott als Jahwe anzubeten. Obendrein verbittet sich „Jahwe“ ausdrücklich die „Anrufung“, die Nennung des Namens Jahwe, während der Gott des neuen Testamentes sie ausdrücklich verlangt. Freud ging also einen zunächst logischen Weg, indem er diese beide Götter „abschaffte“. Ja er musste es tun, um der bireligiösen Falle zu entkommen. „Ein Werk des Teufels“ sei seine Psychoanalyse, rief die sich rächende Kirche dem kirchenkranken Freud noch zu und verteufelte ihn auf diese Art. Sein Statement „Religion ist Wahn“ sei gar eine Lästerung wider den Heiligen Geist, so der Klerus.

Die katholische Kirche verteufelte Freud. Das war sein Tod.

Das führe ohne Umschweife und ohne Gerichtsurteil in die ewige Hölle, so die katholische Kirche heute. Analog lassen sich übrigens die Ohnmachten Dostojewskis deuten, der den katholischen „Gott“ der Gewalt tötete und den man darum einen Ketzer und Gotteslästerer nannte. Freud selbst zog zwar die Verbindung zu dem russischen Dichter, die Ursache seiner Neurose blieb ihm aber unbegreiflich. Natürlich brachte Freud, wie wir alle, nach dem Dogma auch Jesus um, den dritten Gott also. Alle guten Dinge sind drei.

 

Da sich nun Psychiater in der Regel dem Statement „Religion ist Wahn“ kopfnickend anschließen und sich damit nach dem Dogma auch gleich gegenüber dem Heiligen Geist versündigen, entwickeln diejenigen auch alle in einer klassischen Übertragung die Freudsche Neurose. Im Unbewussten glauben sie wie Freud, ihren Gott getötet, sich versündigt zu haben und der Mörder aller Mörder zu sein. Das ist kein echter Wahn! Es ist Folge eines zur religiösen Glaubensgewissheit gemachten Irrtums, eines Glaubensirrtums. Unsere Religion ist kein Wahn, sondern Glaubensirrtum. Dieser liegt darin anzunehmen, Gott die Liebe habe irgendetwas dagegen, seine gewalttätigen und dazu noch klerikal erfundenen Gegenspieler Talmud-Jahwe und Bibel-Gott umzubringen. Die Liebe an sich kann man gar nicht umbringen. Die Sünde Freuds war demnach gar keine. Seine Ohnmachten waren ebenso überflüssig wie Nietzsches Schizophrenie.

Freud war gar kein Sünder. Alle Aufregung umsonst.

In vier Gesprächen im Rahmen einer EAT (siehe im Buch Sacco-Syndrom) hätte ich Freud die Zusammenhänge dargelegt und ihn von seinen überflüssigen Schuldgedanken hoffentlich und ganz ohne Einsatz von Neuroleptika befreit. Mit Nietzsche hätte es vielleicht länger gedauert.

Als man noch glaubte, die Erde sei eine Scheibe, waren ja auch nicht alle Menschen wahnkrank! Sie irrten nur einfach. Man wollte Galilei auf dem Scheiterhaufen verbrennen, weil er einem der vielen Glaubensdogmen seiner Kirche widersprach. Noch heute geht man von Kirchenseite ruppig mit Aufklärern um. Ebenso regelhaft wie unverständlich gilt heute bei Psychiatern der Glaube an den Himmel als normal, der Glaube an Hölle indes als „Wahn“. Kann jemand außer mir diesen Widerspruch verstehen?

 

Natürlich sind nahezu alle getauften Psychiater bzw. Freudianer quasi „Mörder aller Mörder“ bzw. sogar Doppel- oder Dreifachmörder ihres Gottes: Sie alle sollen zum einen durch ihre Sünden „Mittäter“ an Jesu Kreuzigung sein, zum anderen „Schuld“ am Tod seines Vaters durch ihre Behauptung haben, Gott sei eine Wahnvorstellung. Damit versündigen sie sich nach dem Dogma auch gegen den kirchenerfundenen Heiligen Geist. Damit ist aber auch die Frage Peter Schellenbaums in „Gottesbilder“, dtv, geklärt, warum die Tiefenpsychologie Bibel-Jesus bis heute nur sehr vereinzelt zu kritisieren vermag: Das Maß der „Sünde“ unserer Psychiater ist halt voll. Die sprechende Medizin schweigt hier bzw. hat sich selbst zum Schweigen verurteilt.

 

Ich führe hiermit den Begriff Glaubensirrtum erneut in die psychiatrische Nomenklatur ein als Abgrenzung zum eigentlichen Wahn.

Der uns vermittelte Höllenglaube ist kein Wahn, er ist Glaubensirrtum. Er hat finanzielle Gründe

Agnostiker oder Atheist wird man nicht durch das Anhören einer Vorlesung über Freud, man muss im Gegenteil oft hart an seinen Kindheits-Prägungen arbeiten. Mit großer „Naivität“, die eigentlich aber einen Schutzmechanismus darstellt, behaupten Therapeuten, Kinder würden die „Märchen der Bibel“ gar nicht als dauerhaftes Engramm im Unterbewussten integrieren, sie seinen zu jung und dann wieder zu alt, um so einen Unsinn überhaupt zu glauben. Kirchen würden daher nicht krank machen. Ganz im Gegenteil, sie seien doch völlig harmlos, hätten sich „doch heute schon sehr gebessert“ und wirkten sogar positiv auf das Urvertrauen unserer Kinder. Fehlanzeige. Das alles sind Intellektualisierungen aus der Grundangst heraus, die eigene Religion kritisieren zu müssen und sich damit noch weiter zu versündigen. Alle meine Psychiatriepatienten bemerken kritisch den Umstand, dass man sich fachärztlich mit ihrer Religionsproblematik nicht grundsätzlich auseinandersetzte. Die Ursache dieser Katastrophe ist nun nicht etwa böser Wille, Ignoranz oder gar Dummheit, sondern schlicht eine angstbedingte Zwangsneurose unserer Psychiatrie und damit eine Krankheit. Deren Behandlung gehe ich mit meinen Büchern an. Die Neurose der Psychiatrie wird also von einem Internisten therapiert. Ein ernster Brief über diese Zusammenhänge wurde von der DGPPN nicht beantwortet. Das, was die sprechende Medizin an besten beherrscht, ist das Schweigen. Man spielte den Brief meiner lokalen Ärztekammer zu. Ich wurde zu einem folgenreichen „Gespräch“ eingeladen.

 

Mit der als Bollwerk und Dogma erdachten Sexualtheorie und seiner Neurose führte Freud ohne Schuld und Absicht die Psychiatrie ein Jahrhundert lang in eine für alle sehr gefährliche Sackgasse und hin zum größten Kunstfehler in der Seelenheilkunde: der völligen Unterbewertung der Wichtigkeit von Religion für die Psyche und dem Ignorieren kirchenbedingter Erkrankungen. In der Freudschen Neurose befangen bringen sich viermal mehr Psychiater um als Internisten. Die Psychiatrie ging den Irrweg der jahrelangen Verschreibung von Neuroleptika bei an sich durch Gespräche leicht heilbaren Erkrankungen. Freuds Weg über die Traumdeutung ist umständlicher, zeitaufwendiger und um vieles fehleranfälliger als die von mir entwickelte EAT. Die Hölle als Vorstellung eines tatsächlich auf uns wartenden Scheiterhaufens ist derart extrem tief in uns versenkt und verdrängt, dass unser Unbewusstes ihr nur sehr selten erlaubt, in Träumen überhaupt aufzutauchen. Wir passen halt auch in Träumen auf uns auf. So fallen wir im Tiefschlaf auch nicht aus dem Bett.

Ich löse hiermit die Neurose Freuds und unserer Psychiatrie auf. Sie ist überflüssig. Freud hat niemanden getötet, da man Phantasieprodukte der Geistlichkeit gar nicht töten kann. Man kann nur die Idee der Geistlichkeit, diese ihre Idee der Rachegötter Bibel-Gott und Bibel-Jesus abschaffen bzw. ad absurdum führen. Die Neurose Freuds ist aber auch die überflüssige Kollektivneurose unserer ängstlichen und klerikal eingeschüchterten Gesellschaft, die zu einer fundamentalen Kirchenkritik nur in Ausnahmefällen fähig ist. Freud hielt die Religionen für eine Kollektivneurose.  Zurecht.  In "Das Unbehagen in der Kultur" schreibt er: "... was hülfe die zutreffendste Analyse der sozialen Neurose, da niemand die Autorität besitzt, der Masse die Therapie aufzudrängen? Trotz all dieser Erschwerungen darf man erwarten, dass jemand eines Tages das Wagnis einer solchen Pathologie der kulturellen Gemeinschaften unternehmen wird."

Lust auf ein Wagnis? Ich empfehle das Buch "Das Sacco-Syndrom".

 

Der Aufkauf der Psychiatrie >

Die Tiefenpsychologie hat die Hölle noch gar nicht entdeckt: Sie liegt zu sehr im Unbewussten.

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   Erschienen bei BoD,

   ca. 404 Seiten   €12.99

     Erschienen bei BoD

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Erschienen in englischer Sprache bei BoD, 5,99 €

 

 

Die "Straßenmission glaubensfroher Christen" macht unsere Kinder unfroh und krank: 

„Der Sünder, der nach seinem Tod im unauslöschlichen Flammenmeer der Hölle ewige Pein leidet, erntet genau das, was er gesät hat.“

Ein Sacco-Suizid. Häufig, aber unnötig wie ein Kropf.

 

In der Vorhölle, Akryl, 2002
In der Vorhölle, Akryl, 2002
Kirchliche Lieblingsbeschäftigung
Kirchliche Lieblingsbeschäftigung
Akryl auf Papier, 2003
Akryl auf Papier, 2003

F. Sacco: "Kreuzesfolter muss nicht sein", Street Art  Bremen / Ein Gott kann auch ohne Kreuz vergeben. 

F. Sacco  Street Art, Bremen

"Kirche und Kind"

Ungleiche Machtverhältnisse

F. Sacco  Installation

F. Sacco "Junge Autistin"

Street art, Bremen

"Therapie" bei der Angsterkrankung Autismus

F. Sacco: Fegefeuer

Doch was sagte er wirklich?

"Jesus" bei der Arbeit am Kochtopf (oben rechts),

im Paderborner Dom

Frank Sacco, "Hell", Akryl 2014

 

 

 

 

 

 

 

 Kinder-Albtraum Hölle

Frank Sacco, "Schuld", Akryl 2015

Kindergottesdienst (vorher- nachher)

"Mittäterin an Jesu Kreuzigung." Afrikanerin, 

         durch Mission                         missbraucht.

         Missionsversuch

sosorryrexarcfull

    Massenmord Sintflut

    Der Täter tröstet Rex

 

 

  Lieblingsbeschäftigung

 

übermüdeter Internist?

"Therapie", Sacco 2013

gewaltsame  Rache "Gottes" in Sodom

Ostseestrand, Sacco 2015